{"id":1604,"date":"2020-03-30T14:35:50","date_gmt":"2020-03-30T12:35:50","guid":{"rendered":"http:\/\/www.artland-gymnasium.de\/wordpress\/?p=1604"},"modified":"2025-08-07T19:10:35","modified_gmt":"2025-08-07T17:10:35","slug":"salutogenese-drugs","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.artland-gymnasium.de\/wordpress\/2020\/03\/30\/salutogenese-drugs\/","title":{"rendered":"Salutogenese &#8211; Drugs"},"content":{"rendered":"\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Projekt &#8222;Drugs&#8220;<\/h3>\n\n\n\n<p>Eigenmotiviertes Lernen lernen &#8211; f\u00fcr das Leben, nicht f\u00fcr die Schule, das geschah in der 7A im Schj. 2013\/14 im Rahmen eines salutogenetischen Unterrichtsprojektes. F\u00e4cher\u00fcbergreifend setzten die Sch\u00fcler sich mit dem Thema Sucht und Abh\u00e4ngigkeit also &#8222;Drug Addiction&#8220;, das eigentlich auf dem Lehrplan des Faches Biologie steht, auseinander.<\/p>\n\n\n\n<p>Durch die Ankn\u00fcpfung an das in Biologie erworbene Wissen und mit Hilfe der englischen W\u00f6rterb\u00fccher gelang es den Sch\u00fclern im Handumdrehen ein umfassendes themenspezifisches Vokabular als sprachliche Basis f\u00fcr die n\u00e4chsten Unterrichtsstunden zu erarbeiten.&nbsp;<br>Der Einstieg in die inhaltliche Auseinandersetzung erfolgte dann \u00fcber den Dialog des kleinen Prinzen mit dem S\u00e4ufer, dargestellt in Antoine de Saint Exup\u00e9rys Erz\u00e4hlung &#8222;Der kleine Prinz&#8220;.<\/p>\n\n\n\n<p>The Little Prince: &#8222;What are you doing there?&#8220;&nbsp;<br>The Tippler: &#8222;I\u00b4m drinking.&#8220;&nbsp;<br>The Little Prince: &#8222;Why are you drinking?&#8220;<br>The Tippler: &#8222;So that I may forget.&#8220;<br>The Little Prince: &#8222;Forget what?&#8220;<br>The Tippler: &#8222;Forget that I`m ashamed.&#8220;<br>The Little Prince: &#8222;Ashamed of what?&#8220;&nbsp;<br>The Tippler: &#8222;Ashamed of drinking.&#8220;<\/p>\n\n\n\n<p>Auf die Frage der Lehrerin &#8222;How do you feel, when you feel ashamed ?&#8220; gaben die Sch\u00fcler folgende Antworten: &#8222;You feel bad, guilty, a complete failure, sad, empty, lonely, lost, suicidal &#8220; kurzum, einsam und allein.<br>Im weiteren Lehrer &#8211; Sch\u00fcler &#8211; Gespr\u00e4ch wurde die salutogene Kehrseite dazu problemlos erarbeitet: &#8222;Happy, proud, popular, successful, rich, full of joy, with lots of friends, real friends&#8220;. Das Fazit, dass jemand, der ein ausgef\u00fclltes Leben f\u00fchrt, keine Drogen braucht, war f\u00fcr jeden Sch\u00fcler abschlie\u00dfend nachvollziehbar.<br>Im Mittelpunkt des sich anschlie\u00dfenden Gruppenarbeitsprozesses stand die Entwicklung von Rollenspielen, in denen sich jemand sch\u00e4mt oder auch freut, wie z.B. &#8220; I`m happy, because I won the lottery&#8220; oder auch &#8220; &#8222;I`m bullied and I don`t know what to do&#8220;. Abgesehen von der Anwendung und Umw\u00e4lzung der neu erworbenen fremdsprachlichen Strukturen bot diese Phase jedem Einzelnen die Gelegenheit, seine Eigenmotivation, Selbst\u00e4ndigkeit und Kreativit\u00e4t im kooperativen Fair-play mit den anderen zu entfalten. Durch die Freude an der gemeinsamen Umsetzung von Ideen und dem intensiven Erleben in dieser Arbeit aufzugehen, erfahren Sch\u00fcler und Lehrerin in solchen Unterrichtsstunden eine innere Motivationsf\u00f6rderung, die sie immer wieder miteinander verbindet und ihr gemeinsames Handeln st\u00e4rkt.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>Kurz: Das Koh\u00e4renzgef\u00fchl der ganzen Klasse kann auf diesem Weg gef\u00f6rdert werden.<\/p>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-image\"><figure class=\"aligncenter size-large\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.artland-gymnasium.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2020\/03\/Drugs1.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-1605\"\/><figcaption>&#8222;Der im Lehrer &#8211; Sch\u00fcler Gespr\u00e4ch entwickelte Tafelanschrieb&#8220;\u00a0<\/figcaption><\/figure><\/div>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-image\"><figure class=\"aligncenter size-large\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.artland-gymnasium.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2020\/03\/Drugs2.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-1606\"\/><figcaption>&#8222;You cannot sit down here, this is only for friends.&#8220;<\/figcaption><\/figure><\/div>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-image\"><figure class=\"aligncenter size-large\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.artland-gymnasium.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2020\/03\/Drugs3.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-1607\"\/><figcaption>&#8222;I`m new here and I`m looking for friends.&#8220; &#8222;Sorry, but we can`t help you.&#8220;<\/figcaption><\/figure><\/div>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-image\"><figure class=\"aligncenter size-large\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.artland-gymnasium.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2020\/03\/Drugs4.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-1608\"\/><figcaption>Everyone is listening.<\/figcaption><\/figure><\/div>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-image\"><figure class=\"aligncenter size-large\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.artland-gymnasium.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2020\/03\/Drugs6.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-1609\"\/><figcaption>&#8222;Peter, I think it is better that I drive the car. You drank 3 bottles of beer.&#8220;<\/figcaption><\/figure><\/div>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-image\"><figure class=\"aligncenter size-large\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.artland-gymnasium.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2020\/03\/Drugs7.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-1610\"\/><figcaption>&#8222;Now look what happened! You must not drink and drive!!&#8220;<br><\/figcaption><\/figure><\/div>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-image\"><figure class=\"aligncenter size-large\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.artland-gymnasium.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2020\/03\/Drugs8.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-1611\"\/><figcaption>&#8222;She`s really successful, isn`t she?&#8220;<\/figcaption><\/figure><\/div>\n\n\n\n<p>Was eine freundliche zwischenmenschliche Begegnung mit Sucht und Abh\u00e4ngigkeit zu tun hat, war f\u00fcr das Thema einer weiteren Englischstunde, deren Verlauf folgenderma\u00dfen aussah:&nbsp;&nbsp;<br>Zun\u00e4chst hatten alle im Unterricht Anwesenden, Sch\u00fcler, Frau Sablotny und Herr Dr. Schiffer als Gast, Gelegenheit unter dem Stichwort &#8222;people meet people&#8220; spontan allt\u00e4gliche Kommunikationssituationen zu improvisieren und den anderen vorzuspielen. Dabei wurde jede Vorstellung nat\u00fcrlich vom Applaus der gesamten Gruppe belohnt. Der n\u00e4chste Arbeitsauftrag bestand darin, etwa drei\u00dfig Fotos in einer Diashow anzusehen, anschlie\u00dfend zu beschreiben und miteinander zu vergleichen. Die Gemeinsamkeit konnten die Sch\u00fcler ohne gro\u00dfe Probleme verbalisieren. &#8222;The people in the photo smile at each other, they seem to be interested in each other, look each other in the eye, they are close to each other, seem to understand the other one, they feel happy, want to become friends&#8220;, so lauteten die wesentlichen Antworten.&nbsp;<br>Auf die Frage der Lehrerin &#8222;In your opinion, what does a warm understanding have to do with addiction?&#8220; \u00e4u\u00dferten die Sch\u00fcler Vermutungen, die eine ideale \u00dcberleitung zu dem Expertenvortrag von Herrn Dr. Schiffer darstellten. Um die Sch\u00fcler nicht zu \u00fcberfordern und ihnen nicht die M\u00f6glichkeit zu nehmen, sich an verschiedenen Stellen einzubringen, wurde die Unterrichtsstunde in der Muttersprache weiter gef\u00fchrt.&nbsp;<br>So erfuhren die Zuh\u00f6rer, dass jeder Mensch mit einer spontanen Motivation zum Zusammenspiel und zur Kooperation geboren wird. Darunter geht es ihm in jeder Hinsicht am besten. Es entwickelt sich ein Urvertrauen, das sich zum Koh\u00e4renzgef\u00fchl weiter entwickelt. Dies entfaltet sich besonders intensiv in spielerisch- sch\u00f6pferischen Freir\u00e4umen. Dabei werden Botenstoffe ausgesch\u00fcttet, die f\u00fcr die Gesundheit im Allgemeinen sowie f\u00fcr die Hirnentwicklung und die Lebensfreude und die Lernf\u00e4higkeit im Besonderen hochbedeutsam sind: Dopamin, Oxytocin und die Nervenwachtums- faktoren.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>Nach vielen R\u00fcckfragen, Kommentaren, eigenen Eindr\u00fccken und Erfahrungen fassten die Sch\u00fcler zusammen:&nbsp;<br>Lebensfreude hervorgerufen durch Oxytocin ist ein wirksames Mittel gegen Sucht und Abh\u00e4ngigkeit, weil sie dieselben &#8222;berauschenden&#8220; Gef\u00fchle verursacht, die ich empfinde, wenn ich Drogen nehme.&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Projekt &#8222;Drugs&#8220; Eigenmotiviertes Lernen lernen &#8211; f\u00fcr das Leben, nicht f\u00fcr die Schule, das geschah in der 7A im Schj. 2013\/14 im Rahmen eines salutogenetischen Unterrichtsprojektes. 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