1. April 2026

Cybergrooming und Belästigung im Internet

Wie schützt du dich vor Cybergrooming und sexueller Belästigung?

Leider sind nicht alle Kontakte zu anderen Menschen im Internet immer angenehm. Dieser Text gibt dir einen Überblick über die verschiedenen Formen von Belästigung im Internet.

Was ist Cybergrooming?

Wenn Kinder im Internet nach sexuellen Informationen oder Nacktbildern gefragt werden, spricht man von „Cybergrooming“. Meistens sind es Erwachsene, die versuchen, das Vertrauen von Minderjährigen zu gewinnen. Sie geben sich dabei oft nicht als Erwachsene aus, sondern legen sich falsche Accounts zu, damit sie leichter das Vertrauen von Minderjährigen gewinnen um sie dann für eigene Zwecke auszunutzen und sich zum Beispiel zu befriedigen. Cybergrooming ist deshalb meist auch mit sexueller Belästigung verbunden. Unter sexueller Belästigung versteht man sexualisierende Bemerkungen und Handlungen gegenüber anderen Menschen. Dies ist absolut nicht okay und in Deutschland sogar strafbar.

Wie läuft Cybergrooming normalerweise ab?

Grooming kann man generell in folgende Phasen einteilen:

  • Vertrauen des Opfers gewinnen
  • Das Opfer bevorzugen (z. B. das Kind besser behandeln als andere Menschen oder dem Kind Geschenke geben)
  • Das Opfer von anderen isolieren
  • Geheimhaltung bewirken
  • Schrittweise die Grenzen des Opfers überschreiten

Es werden oft vor allem Kinder und Jugendliche von Tätern ausgesucht, die emotional bedürftig sind und zum Beispiel möglicherweise Probleme zu Hause, in der Familie oder generell mit ihrer Psyche haben. Täter*innen versuchen oft, die Interessen der Opfer zu verstehen und sich diese anzueignen, um das Vertrauen der Kinder zu gewinnen. Oft geben sich die Täter auch zunächst selbst als Kind aus. Sobald sie das Vertrauen des Kindes gewonnen haben versuchen sie es glauben zu lassen, dass ihre Bezugspersonen nicht gut für sie sind, indem sie zum Beispiel die Freunde oder Eltern des Kindes schlechtreden. Damit soll das Kind von der Aufmerksamkeit des Täters abhängig werden. Täter*innen versuchen dazu oft durch gezielte Fragen private Informationen der Opfer herauszufinden, wie zum Beispiel den ganzen Namen oder sogar die Adresse. Zuletzt versucht der Täter das Kind für sexuelle Themen unempfindlich zu machen. Der Täter spricht offen mit dem Opfer über Sexualität und vermittelt dem Kind, dass das Thema nichts Schlimmes und völlig normal ist. Dies soll dazu führen, dass langsam die Grenzen des Kindes überschritten werden und der Täter die Möglichkeit bekommt das Kind auszunutzen. Oft wird auch nach Fotos gefragt, die dann später dazu verwendet werden können, das Opfer zu erpressen. So könnte das zum Beispiel aussehen:

So schützt du dich vor Cybergrooming!

Hier möchten wir dir einige Tipps geben, wie du dich vor Cybergrooming schützen kannst:

  • Misstrauisch bleiben! Letztendlich weißt du nie, wer auf der anderen Seite des Chats sitzt. Deshalb gib Acht darauf, mit wem du dich von deinen Kontakten triffst.
  • Gib nie deine persönlichen Daten weiter! Dazu zählen persönliche Bilder, Videos, Wohnort, Schule, Handynummer und Passwörter.
  • Sobald du dich unangenehm fühlst, bricht die Konversation ab und blockiere die Person.
  • Halte deine Eltern über deine Internetaktivitäten auf dem Laufenden und sprich mit ihnen, auch wenn es dir vielleicht peinlich ist.

Hier noch ein Beispiel für falsches und Richtige Verhalten, wenn dich jemand anschreibt:

Probleme bei Nachverfolgung

Kann ich jemanden anzeigen, der mich im Internet belästigt?Ja, könnt ihr! Grundsätzlich ist für Sexualstraftäter eine Haftstrafe von 3 Monaten bis zu 5 Jahren vorgesehen. Leider gibt es aber ein Problem bei der Nachverfolgung der Täter, denn in der Online-Welt melden sich viele Menschen mit falscher Identität an, sodass man häufig die echten Daten einer Person nicht so leicht herausfinden kann. Außerdem können versendete Nachrichten auf einigen Plattformen sofort gelöscht werden. Wenn ihr also jemanden anzeigen möchtet, könnte es sein, dass euch Beweismittel fehlen und das Gericht dieser Anzeige widerspricht. Natürlich kann man herausfinden, von wessen Gerät die Nachrichten verschickt werden, jedoch kann das lange dauern. Schreckt aber nicht vor diesen Hürden zurück, sondern meldet jede Belästigung bei der Polizei, damit der Täter eine gerechte Strafe für sein Handeln bekommt.